Talentschmiede – Tor zur Welt

LichtwarkSchule: Talentschmiede. Atelier. Foto: Reimar Palte

Kunst-Stipendium für besonders begabte SchülerInnen der 7. bis 9. Klasse

Die Talentschmiede ist ein einjähriges Kunst-Stipendium für künstlerisch begabte Kinder und Jugendliche. Sie ist die letzte und anspruchsvollste Stufe im Kurskonzept der LichtwarkSchule.
Jedes Jahr im September werden die Kunststipendien, die die Blankenburg’sche Hamburg Stiftung seit 2012 finanziell fördert, ausgeschrieben. Für ein Jahr erhalten die Stipendiaten von der Künstlerin Adriane Steckhan professionellen Kunstunterricht. Die Kurse finden im Atelier der HAW – Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg statt. Am Ende des Kurses werden die Werke öffentlich ausgestellt. Bewirb Dich JETZT!

Arbeiten zum Thema „Was wäre, wenn“ dürfen ab sofort eingereicht werden!

Bis zum 6. Oktober 2019 (Poststempel) können sich wieder Jugendliche der 7. bis 9. Klassen für das einjährige Kunst-Stipendium Talentschmiede#8 bewerben.


LichtwarkSchule: Talentschmiede@AltonaerMuseum-Ausstellung. Foto: Reimar Palte
LichtwarkSchule: Talentschmiede@AltonaerMuseum-Ausstellung. Foto: Reimar Palte
LichtwarkSchule: Talentschmiede@AltonaerMuseum-Ausstellung. Foto: Reimar Palte


TALENTSCHMIEDE#8 - Bewirb Dich Jetzt!

Deine Begabung ist gefragt – wir fördern dich mit einem Kunst-Stipendium im Schuljahr 2019/20.

Du bist 13-15 Jahre alt?

Du liebst Malen und Zeichnen?

Du hast einen eigenen Blick auf die Welt?

Du möchtest tiefer in die Kunst eintauchen?

 

Dann bewirb Dich bei der TALENTSCHMIEDE#8 mit Ideen aus Deinem Kopf und gewinne ein einjähriges Kunst-Stipendium. Während des Stipendiums entwickelst Du mit der Hamburger Künstlerin Adriane Steckhan Deine Begabung weiter und arbeitest mit anderen Jugendlichen regelmäßig in einem Atelier der HAW. Am Ende des Stipendiums werden Deine Werke im Altonaer Museum ausgestellt.

 

Schicke uns bis zu drei Versionen zum Thema: WHAT IF – WAS WÄRE WENN ...

Überwinde die Welt des Realen und zeige uns DEIN Upgrade der Wirklichkeit. Comics, Malerei, Zeichnung, Fotos – alles ist erlaubt.

Schicke uns maximal drei bis zu DIN A3 große Arbeiten, größere Arbeiten bitte als Foto beilegen, per Post an:

 

LichtwarkSchule gUG

TALENTSCHMIEDE#8

Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg

 

Bewerbungen für das Stipendium 2019/20 Talentschmiede#8 sind bis zum 6. Oktober 2019 möglich (Poststempel).
Der Kurs startet im November 2019 und findet dienstags um 17 Uhr an der HAW, Finkenau 35, statt.

 

>> Bewerbungsbogen TALENTSCHMIEDE#8 (download)

>> Flyer TALENTSCHMIEDE#8 (download)


LichtwarkSchule: Talentschmiede@HAW-Atelier. Foto: Reimar Palte
LichtwarkSchule: Talentschmiede@HAW-Atelier. Foto: Reimar Palte
LichtwarkSchule: Talentschmiede@HAW-Atelier. Foto: Reimar Palte


 

KURZBESCHREIBUNG DES STIPENDIATENKURSES:

 

 

Orte
Museum und Natur:
beobachten und betrachten, abzeichnen und ausprobieren

 

Atelier:
nachdenken und sprechen, Kunstwerke entstehen

 

Stadt:
Street-Art an ungewöhnlichen Orten entdecken. Entdeckungszüge durch die Stadt mit den Augen der Stipendiaten

 


Techniken
Zeichnen und malen. eigene Ideen umsetzen, dann freier im künstlerischen Ausdruck werden und wechseln von der Zwei- zur Dreidimensionalität.
Reliefs und 3-D-Objekte entstehen
kinetische Objekte mit Bewegung entstehen.

 


Ziel
Ausstellung der Stipendiaten-Werke

 

Kunstwerk aus der Talentschmiede 2016-17, LichtwarkSchule. Fotonachweis: LichtwarkSchule, Dr. Reimar Palte
LichtwarkSchule: Talentschmiede@HAW-Atelier. Foto: Reimar Palte


Interview mit dem Stifter Blankenburg und dem Künstler Chrobok

LichtwarkSchule: Dr. Blankenburg, ein Leben lang haben Sie sich für Kunst eingesetzt. Sie waren lange Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen und haben 2009 das Bundesverdienstkreuz bekommen. Was fasziniert Sie am Stipendiatenprogramm Talentschmiede, das Sie seit vier Jahren fördern?

 

Blankenburg: Die Basis jeder Wirtschaft ist zunächst mal ihr kreatives Potenzial. Wir möchten deshalb aufgeweckten und initiativfreudigen Jugendlichen ermöglichen, sich im Stipendiatenkurs Talentschmiede ein breites künstlerisches Ausdrucksvermögen anzueignen.Das Credo der Talentschmiede lautet „Nicht müssen, sondern wollen – und vor allem: offen und mutig bleiben“. Eine großartige künstlerische Idee sollte sofort fesseln – und sie darf sogar unverschämt scheinen. Erst später werden die jungen Menschen und ihre Ideen und Wünsche an der Realität gemessen. Vielen Stipendiaten wird durch diese „Schmiede“ später das Tor zu einer Welt mit Kunst offen stehen!

 

LichtwarkSchule: Lukasz Chrobok, woran erkennen Sie neue Talente?

 

Chrobok: Es gibt sehr viele unterschiedliche künstlerische Talente und demzufolge kann man nicht pauschalisieren. Ein anderes Wort für Talente ist Stärken. Ich mache den Stipendiaten Mut, viel auszuprobieren und zu beobachten. Eins ist mir aber immer aufgefallen: Wissbegierde und Neugier schlummert in allen. Es gilt das Talent und die Begabung zu füttern, damit es sich entfalten kann. Und – Menschen mit Begeisterung für eine Sache oder ein Thema kommen weiter.

 

LichtwarkSchule: Welches Kunstwerk macht Sie glücklich, Jürgen Blankenburg?

 

Blankenburg: Ungewöhnliches. Zwei witzige und handwerklich gut gemachte Skulpturen von Stipendiatinnen aus den letzten TALENTSCHMIEDE-Kursen. Ich mag den Mut der beiden zu so frechen Werken.

 


LichtwarkSchule: Was zeichnet die Talentschmiede Ihrer Meinung nach aus?

 

Blankenburg: Chrobok entfacht bei den Stipendiatinnen und Stipendiaten Faszination für die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen. Aus Faszination entsteht Motivation und die ist einer der wichtigsten Schlüssel, damit junge Menschen ihre Potenziale entfalten können. Großartige kreative Ideen dürfen verblüffen und dem Betrachter eine Idee vermitteln, die anscheinend die Konventionen des Begreifens aufhebt. Sichere, konventionelle Arbeit wäre die Fahrkarte in die Langeweile. Die Talentschmiede erlaubt ausdrücklich Provokation, alles darf, nichts muss – und damit öffnet das Stipendiatenprogramm den jungen Talenten das Tor in die Kunst-Welt.

 

LichtwarkSchule: Die Blankenburg’sche Hamburg-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, talentierte Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Stadtteilen mit Mitteln der Kultur und durch die Unterstützung professioneller Lehrer und Künstler zu fördern. Jugendliche, die nicht der Norm des Schulsystems entsprechen und den Lehrern negativ auffallen sind durchaus auch dabei. Was ist überhaupt „normal“?

 

Blankenburg: Wenn etwas stimmig ist, gilt es als richtig. Vieles entspricht nicht der Norm, gilt also nicht als normal. Trotzdem ist es richtig!

 

Chrobok: Frei nach dem Motto „Als ich versuchte normal zu sein, stimmte etwas nicht mit mir.“

Zu Beginn des Kurses ist es für die Stipendiaten immer eine Herausforderung, ihren eigenen Einfällen zu trauen und auch ungewöhnliche Wege einzuschlagen. Sie haben in der Schule gelernt: Hier ist eine Aufgabe, dafür gibt es eine Lösung und dann kommt die Bewertung. Umwege und Scheitern sind eher nicht vorgesehen und eher negativ besetzt. In der Kunst - und nebenbei gesagt auch im Leben – ist das Scheitern ein wesentliches Moment für die Entwicklung. Scheitern ist keine Sackgasse, sondern ein Lernprozess, der einen weiter bringt mit Blick darauf: Ah, so geht es also nicht, dann mal schauen, welche Ideen ich dazu noch habe.

 

LichtwarkSchule: Herr Chrobok, Sie leiten die Talentschmiede seit fast fünf Jahren. Was gefällt Ihnen bei dieser Arbeit?

 

Chrobok: Ehrlich gesagt, lerne ich ganz viel von den Jugendlichen: über ihre Jugendkultur, ihre Welt, ihre Art zu denken, was sie bewegt und umtreibt. Im Laufe des Kurses merke ich, wie viel Spaß sie an ihren eigenen Ideen haben, wie sie immer selbstbewusster werden und sie die künstlerische Arbeit weiter bringt.



AKTUELLES



Blick von St. Katharinen auf die Elbphilharmnie. Foto: R. Palte/LichtwarkSchule; coloriert

 

DIE GANZE WELT IM KOPF


Trotz Ausgehbeschränkungen und sozialer Distanzierung bleiben wir freie Menschen. In dieser Freiheit können wir frei handeln im Sinne von Kant. In seinem kategorischen Imperativ verbindet er die Freiheit mit Vernunft und Moral.

 

Handeln aus Freiheit heißt Handeln aus vernünftiger Einsicht. Das ist jetzt gefordert.   mehr >>



Die Treppe hinauf. Foto: R. Palte/LichtwarkSchule

Gedanken in Zeiten von Corona von Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der LichtwarkSchule
WENN DU DIE FRAGE LIEBST, DANN LEBST DU AUCH IN DIE ANTWORT HINEIN

Die erste Woche ist vorbei, die zu einer der ungewöhnlichsten in meinem Leben gehört. Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen, das soziale Leben auf ein Minimum zurückgefahren und die Wirtschaft hat eine Vollbremsung hingelegt. Wir kennen das Ende nicht. [...]

Eine wichtige Kompetenz, die wir den Kindern in der LichtwarkSchule vermitteln, ist der Umgang mit offenen Prozessen und Unsicherheit. Sie lernen im kreativ-künstlerischen Prozess, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, Widersprüchliches und Einbahnstraßen, die nicht weiterführen. Aber es gibt auch immer die Freiheit, umzukehren und einen anderen Weg einzuschlagen. Sie lernen, die Spannung auszuhalten und nicht zu wissen. Sie lassen sich auf einen Prozess ein, der ihnen unbekannt ist...  mehr >>