Flüchtlingsarbeit

LichtwarkSchule: Flüchtlingsarbeit. Zeichnen.Foto: Reimar Palte

Künstlerisch-pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Unser Handlungsansatz

Die Integration von Flüchtlingen ist eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Notwendigkeit, die von beiden Seiten in den Blick zu nehmen ist: von den Bürgern der Bundesrepublik und auch von den Flüchtlingen. Junge Migranten, entwurzelt in einem Land angekommen, das möglicherweise Heimat werden soll, brauchen von Anfang an Unterstützung, damit Integration gelingen kann. Es geht darum, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und interkulturelle Öffnung voranzutreiben.

 

Künstlerisch-pädagogische Workshops

In den künstlerisch-pädagogischen Workshops lernen die geflüchteten Kinder und Jugendlichen ihre eigene künstlerische Fähigkeit kennen und ihre bereits vorhandenen Ressourcen werden aktiviert. Sie erlenen in diesem offenen Prozess sich selbst, aber auch andere Identitäten wahrzunehmen. Damit entwickeln sie auch eine neue Offenheit für den Anderen. Diese Offenheit ist die Grundvoraussetzung für Integration, da das Unvertraute Angst macht und zu Abschottung und Ausgrenzung führt.

 

Kunst als Sprache der Sprachlosen

Nach traumatischen Erlebnissen, Ängsten, Unsicherheit und der sie begleitenden Sprachlosigkeit haben alle einen ausgeprägten Willen zum Erfolg. Dazu benötigen sie kulturelle Orientierung: „Wer bin ich?“ und „Wo bin ich gelandet?“ und „Wie finde ich mich zurecht?“

 

In den Kursen entdecken sie losgelöst von Sprache, einen kreativen Ausdruck für ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Sie arbeiten kreativ mit verschiedenen Materialien wie z. B. Ton, Holz, Kreiden, Papier, Stoff oder Naturmaterialien. Dabei erfahren sie in den Kursen eine Wertschätzung der eigenen Ideen und werden in ihrem kreativen Ausdruck bestärkt. Die nonverbale künstlerische Aktivität regt die Kinder und Jugendlichen ganzheitlich an und bietet ihnen vielfältige Entwicklungschancen.

 

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

KünstlerInnen bilden die Kinder und Jugendlichen darin aus, selbst herauszufinden, welche Fähigkeiten und Talente sie besitzen. Der künstlerische Prozess fördert die Persönlichkeitsentwicklung und hilft, eine neue kulturelle Identität zu entwickeln. Dadurch ist auch gesellschaftliche Integration möglich.

 

Unser Team

Das Team der LichtwarkSchule besteht aus Künstler/in, Kunsttherapeuten, Heilpädagogin und einer Lehrerin. Alle haben Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen in belasteten Situationen. Auch haben sie alle eine Zusatzausbildung zur pädagogisch-künstlerischen Flüchtlingsarbeit und sind zum Teil geschult im interkulturellen Dialog (Studium der Islamwissenschaften) und in der Vermittlung der deutschen Sprache.

 

Die fundierte Ausbildung unseres Teams durch „stART international e.V. – emergency aid for children“, die seit über zehn Jahren mit Flüchtlingen arbeiten, ermöglicht den Künstler kultursensibel und reflektiert zu agieren.

 

Wen wollen wir erreichen?

Unsere Zielgruppen sind folgende Flüchtlinge:


  • Mütter mit Kindern zwischen 5 und 12 Jahren und

Mütter mit Kindern

Um eine Überforderung der Kinder durch eine Trennungssituation zu vermeiden, bieten wir den Müttern parallel zu dem Kunstkurs für die Kinder einen Sprachkurs in Deutsch an. Der Kurs wird gekoppelt mit Handarbeiten, die Wörter und Begriffe nachhaltiger verbinden.

 

Die Kinder und ihre Mütter erfahren eine Stärkung ihrer Ich-Kompetenz und lernen Selbst- und Fremdwahrnehmung besser einzuschätzen. Es werden soziale und interkulturelle Kompetenzen entwickelt und persönliche, entlastende Ausdrucksmöglichkeiten gefunden.

 

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren

Um gleich gemeinsam mit Jugendlichen aus Deutschland in Kontakt zu kommen, werden alle Workshops mit Schüler aus den Klassenstufen 9 bis 11 zusammenarbeiten. Dieses Peergroup-Konzept ermöglicht einen weiteren Zugang zur neuen Heimat und hilft der Orientierung. Ebenso wie die Kinder erfahren die jungen Männer eine Stärkung ihrer Ich- Kompetenz und lernen Selbst- und Fremdwahrnehmung besser einzuschätzen. Es werden soziale und interkulturelle Kompetenzen entwickelt und persönliche, entlastende Ausdrucksmöglichkeiten gefunden.

 


Workshop-Inhalte und Rahmenbedingungen 


Ein Workshop beinhaltet 4 Termine à 3 Stunden. 
Thematisch beschäftigen wir uns mit der Eigendarstellung. In den auf einander folgenden Terminen werden folgende Fragen bearbeitet:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was wünsche ich mir?

Dauer eines Workshops: 4 Termine à 3 Stunden (vorgesehen als offenes Angebot)

Teilnehmerzahl: ca. 12 bis 15 Personen


Dozenten pro Kurs: Künstler/in und Kunsttherapeuten bzw. Lehrerin

 

LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung
LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung. Foto: Rahel Bruns
LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung
LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung
LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung
LichtwarkSchule-Kunstkurs für Jugendliche mit Fluchterfahrung


AKTUELLES



Vorschau Einladung »FREIRÄUME!« kulturelle Projekte mit Geflüchteten

»FREIRÄUME!« | kulturelle Projekte mit Geflüchteten

Eröffnung : 17. Januar 2019, 18 Uhr in der Galerie im Georgshof

Ausstellung vom 18. Januar bis 28. Februar 2019

Der Fonds »FREIRÄUME!« wurde Ende 2015 von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Körber-Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ins Leben gerufen [...] In der Galerie im Georgshof wird eine Auswahl geförderter Projekte aus dem Fonds »FREIRÄUME!« gezeigt, die sich durch den Einsatz verschiedener künstlerischer Mittel mit Themen wie Heimat oder Zukunft auseinandergesetzt haben u. a. auch die LichtwarkSchule.  mehr >>



Portrait Gerald Hüther von Fotograf Josef FischnallerJosef Fischnaller
G. Hüther | Foto: J. Fischnaller

GERALD HÜTHER LOBT DIE ARBEIT DER LICHTWARKSCHULE


Dezember 2018 - Der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther würde die LichtwarkSchule auszeichnen. Er sagt:  "Die Arbeit der LichtwarkSchule stärkt Kinderpersönlichkeiten durch Kunst: Wenn es einen Oscar für Social Business gäbe – die gemeinnützige LichtwarkSchule hätte ihn in den Kategorien Gestaltungskraft, Kreativität und Selbstwirksamkeit mehr als verdient.“ Gerald Hüther ist einer der bekanntesten Hirnforscher  und versteht sich als "Brückenbauer“ zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis.  Das Ziel seiner Aktivitäten ist die Schaffung günstigerer Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potentiale.  mehr >>