Aktuelles der LichtwarkSchule

Frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2021

Ferien-Kunstkurs der LichtwarkSchule, Stadtteilkulturhaus Veddel 2020

Ein besonders lichtdurchflutetes „Stück vom Himmel“

Adventshimmel von unseren Farbmäusen

In diesem Jahr ist vieles anders, auch im Team der LichtwarkSchule sind Kunstvibes und Gefühle oft Achterbahn gefahren.Wir sind dankbar, dass unser Künstlerteam trotz Corona-Widrigkeiten viele Kita-, Vor- und Grundschulkinder mit Impulsen, Zuspruch und Materialien unterstützen konnte.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle Stiftungen, Spender, Künstler, Kooperationspartner aus Kitas, Vor- und Grundschulen, aus Stadtteilkulturhäusern und Museen sowie Danke an all unsere Lichtwark-Fans der Herzen, die uns in diesem Jahr großzügig dabei unterstützten, Kinder in ihre Kraft zu bringen und weiterzumachen. Alle Kolleginnen und Kollegen, Künstlerinnen und Künstler: Fühlt Euch von Herzen gedrückt!

 

Ein Farbmäusekurs mit Vorschulkindern der LichtwarkSchule hat gemeinschaftlich den Adventshimmel visualisiert. Ein besonders lichtdurchflutetes „Stück vom Himmel“ ist für jeden Unterstützer der LichtwarkSchule und kommt von Herzen.


Das Jahr ist herausfordernd und dennoch bricht auch Sonne durch trübe Wolken. Seit über zehn Jahren hilft das Team der Lichtwark-Künstler Kindern dabei, Wunder in sich zu finden: „Ich kann das. Ich bin ein Künstler!“

 

Im nächsten Jahr geht es mit Fullspeed weiter und wir freuen uns auf alles, was kommt. Wir wünschen Ihnen und Euch allen einen friedlichen und freudigen Jahresausklang. Vor allem Gesundheit!

 

Alles Gute und einen passablen Rutsch. Von Herzen die besten Wünsche!



Hamburger Spendenparlament fördert Kurse der LichtwarkSchule in Stadtteilkulturhäusern

Ferien-Kunstkurs der LichtwarkSchule, Stadtteilkulturhaus Veddel 2020
Ferien-Kunstkurs der LichtwarkSchule, Stadtteilkulturhaus Veddel 2020

Das Lichtwark-Team freut sich über Wertschätzung und Förderung des Hamburger Spendenparlaments. Grundschüler zwischen sechs und zwölf Jahren, überwiegend aus nicht deutschsprachigen Familien, erhalten in 2021 in den Ferien Nachmittags-Kunstkurse in Stadtteilkulturhäusern. Zum Abschluss der Kurse folgt ein Museumsbesuch mit den Eltern und eine öffentliche Ausstellung.

 

„Wir dürfen nicht zulassen, dass eine ganze Generation benachteiliger Kinder abgehängt wird und diese Mut, Zuversicht und Lebensperspektive verlieren“, sagt Uwe Kirchner, Vorstandsvorsitzender des Hamburger Spendenparlaments. Wegen des hohen Bedarfs werde deshalb auch im nächsten Jahr das Sonderprogramm für benachteiligte Kinder und Jugendliche fortgesetzt.

 

Unter der Corona-Krise leiden besonders Kinder und Jugendliche aus prekären familiären Verhältnissen: Kitas geschlossen, kein Schulbesuch, kaum Unterstützung beim Lernen und oft noch ein beengtes Umfeld. Mit einem Sonderprogramm über 300.000 Euro unterstützt daher das Hamburger Spendenparlament mehrere Projekte, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen dabei helfen, Defizite durch den Corona-Lockdown zu überwinden und die eigene Entwicklung zu fördern.

 

Das Lichtwark-Team freut sich auf das Kooperationsprojekt mit den Stadtteilkultureinrichtungen. KINDER, DAS WIRD GROSSARTIG!



Wir machen weiter!

Kreativ zuhause: Socken-Wurm
un-MÖGICH - Wir schaffen das!

Aktuell ist alles anders. Auch das Künstlerteam der LichtwarkSchule passt sein Konzept in der Corona-Krise an.

 

WIR MACHEN WEITER!
Anregungen, die über das Malen mit Buntstiften hinausgehen

 

Mehrere Wochen Homeschooling in kleiner Wohnung, kein Treffen mit liebgewonnenen Bezugspersonen, Freunden und Künstlern der LichtwarkSchule – das ist nicht nur für Kinder verunsichernd. Die Aufgaben von Schulleitern und Lehrern sind vielfältig und mehr geworden und durch die Corona-Krise herausfordernd.

Doro* ist 62 Jahre alt und von der aktuellen Krise sehr betroffen. Durch ihr Alter gehört sie zur Risikogruppe, „das drückt auf die Psyche". Nach außen sei sie stark, aber „innerlich bin ich sehr aufgewühlt und gerade in diesen Tagen ein richtiger Schisser“.


Was ihr fehlt, ist auch ihr Alltag als Vorschullehrerin. Sie arbeitet an einer Brennpunktschule in Jenfeld und begegnet den Kindern mit Wärme und ist mit ganzem Herzen engagierte Lehrerin. „Viele Kinder suchen die Nähe zu mir, greifen meine Hand beim Rausgehen, umarmen mich spontan, erzählen mir in solchen Momenten, was sie freut und was sie traurig macht“, erzählt die Lehrerin. Die größte Herausforderung sei gerade das Unabsehbare. „Virtuell kann ich den Kindern nicht so nah sein, wie ich es möchte. Auch der persönliche Austausch mit meinen Kollegen fehlt mir“. Und auch die Lichtwark-Künstler vermisst Doro.

Kinder stärken mit Kunst
Zweimal die Woche bekamen ihre Vorschulkinder im laufenden Schuljahr Besuch von Künstlern der LichtwarkSchule, die sich auf die Fahne schreibt, Kinder mit Kunst zu stärken. „Das Wirken der Lichtwark-Künstler ist an unserer Schule eine kreative Ergänzung zur Leistungsorientierung des Lehrplans“, erklärt Doro, die den engen Austausch mit den Künstlern schätzt. Die Künstler kommen über ein Jahr lang wöchentlich für zwei Stunden, begegnen den Kindern, aber bewerten sie nicht. Im künstlerischen Schaffen entdecken die Kinder sich selbst, neues Material, ihre eigene Schaffenskraft und Wirkmacht. Über die Kunst entwickeln sie ihre Fähigkeiten weiter. „Natürlich kann ich das. Ich bin nämlich ein Künstler“, antwortet ein Junge eines Lichtwark-Kurses auf die Frage, ob er die neuen Aufgaben konzentriert auch allein zuhause lösen werde.

Wenn keiner mehr zuhört, ist es umso wichtiger, Bilder für das zu finden, was einen beschäftigt
Die Kurse der Lichtwark-Künstler finden aktuell weder in Vor- noch in Grundschulen statt. Dennoch hält das Team Kontakt zu den Schulen und liefert regelmäßig neue Kunst-Ideen für zuhause, leicht für die Kinder umzusetzen mit Material, das alle dahaben.

Auch Lehrerin Doro leitet kleine Filme und PDFs mit Tipps per E-Mail oder WhatsApp an die Eltern ihrer Schüler*innen weiter. Als Internet-Beauftragte ihrer Schule platziert die Kunstliebhaberin alle Kunst-Häppchen der Lichtwark-Künstler auf der Schul-Homepage. Gern werden die Anleitungen auch den Lehrpaketen beigelegt. „Am liebsten möchte ich jeden Tag eine neue Kunst-Idee bekommen“, jubeln manche Kinder und fordern bunten Nachschub.

Auch Doro erreicht ihre Kinder über kreative Wege. Seit Anfang der Woche liest sie ihren Schützlingen abends eine Kurzgeschichte vor. Per WhatsApp. Lediglich ein Junge sei nur per E-Mail zu erreichen. „Neue Zeiten, neue Wege. Da rufe ich dann auch gern mal an.“

Getreu dem Motto „Neue Zeiten, neue Wege“ macht auch das Team der Lichtwark-Künstler weiter und liefert seinen Kooperations-Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein kontinuierlich Kunst-Ideen für die Kids, die über das Malen mit Buntstiften hinausgehen. „Die Eltern freut‘s, oft sind Ideen dabei pour l’art statt in die Tonne“, lacht Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der LichtwarkSchule. „Wenn keiner mehr zuhört, ist es umso wichtiger, Bilder für das zu finden, was einen beschäftigt“.

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*Name geändert



Kultursenator Dr. Carsten Brosda wird Schirmherr der LichtwarkSchule

Hamburger Kultursenator Dr. Carsten Brosda übernimmt die erste Schirmherrschaft der LichtwarkSchule. Foto: R. Palte
Kultursenator Dr. Carsten Brosda übernimmt die 1. Schirmherrschaft der LichtwarkSchule
Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der LichtwarkSchule überreicht die Urkunde zur 1. Schirmherrschaft an Dr. Carsten Brosda. Foto: R. Palte
Regine Wagenblast überreicht die Urkunde an Dr. Carsten Brosda
Dr. C. Brosda und R. Wagenblast im Gespräch. Foto: R. Palte
Dr. C. Brosda und R. Wagenblast im Gespräch

Der Hamburger Kultursenator Dr. Carsten Brosda hat die erste Schirmherrschaft für die LichtwarkSchule NGO übernommen, die in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert.

 

"Ich unterstütze mit meiner Schirmherrschaft sehr gerne die Arbeit des Teams der LichtwarkSchule, vor allem auch im Bereich soziale Integration", kommentiert Brosda sein Engagement. „Die LichtwarkSchule leistet seit zehn Jahren großartige Arbeit in der kulturellen Kinder- und Jugendkulturbildung. In Kooperation mit Vor- und Grundschulen können Kinder über soziale und kulturelle Grenzen hinweg die Kraft der Kunst kennenlernen. Damit öffnet die LichtwarkSchule Türen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration in unserer Stadt“, sagt Brosda.

 

Künstler der LichtwarkSchule gehen direkt in die Schulen Hamburger Brennpunktstadtteile und erreichen dadurch auch die Kinder, die sonst nicht die Möglichkeit hätten, sich künstlerisch auszuprobieren. „Die Kinder bekommen einen verlässlichen Raum für kreative Experimente und lernen dabei auch viel über sich selbst“, kommentiert Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der LichtwarkSchule NGO. Mit der Verbindung der künstlerisch-kulturellen Arbeit in den Schulen und den Besuchen in der Kunsthalle sowie einer Talentförderung führe die LichtwarkSchule Kinder erfolgreich an die Bildende Kunst heran, sagt Brosda. „Für diese Arbeit danke ich sehr und freue mich, dass ich im diesjährigen Jubiläumsjahr der LichtwarkSchule die Schirmherrschaft übernehmen darf.“

 

„Kindern Lust auf Bildung machen und ihr Selbstwirksamkeitsbewusstsein empowern, das ist unser Ziel. Dabei ist unser Hebel die Kunst“, so Wagenblast. Kunst eröffne Sprach- und Erfahrungsräume, die im Alltag keinen Raum finden. Sie ermögliche es, einen Schlüssel zu sich selbst zu finden, Erlebtes zu reflektieren und Vorstellungen, Wünschen und Ideen ein Gesicht zu geben. Dabei sei es eine Freude zu erleben, welche positiven Veränderungsprozesse die Künstler bei den Kindern anstoßen.

 

„Wir sind sehr glücklich, dass wir Dr. Brosda als Schirmherrn gewinnen konnten. Er ist ein engagierter Politiker und Journalist, weiß um die besondere Kraft, die von Kunst und Kultur ausgeht, lebt und liebt Kreativität. Er ist für uns der perfekte Botschafter", sagt Wagenblast über ihre Wahl.



Die ganze Welt im Kopf

Blick von St. Katharinen auf die Elbphilharmnie. Foto: R. Palte/LichtwarkSchule; coloriert

Autorin: Regine Wagenblast

 

Ausgehbeschränkung und „Lagerkoller“, Worte, die vor zwei Wochen noch kaum einer benutzte, ganz zu schweigen von der Vorstellung, dass Ausgehbeschränkungen in Deutschland und in vielen demokratischen Ländern – bis hin zum Ausgehverbot – Wirklichkeit werden könnten. Das haben wir bislang nur mit Bürgerkriegsgebieten oder diktatorischen Staaten verbunden, aber nicht mit unserem Kulturkreis. Auch „Lagerkoller“, ein Wort, das im Zusammenhang mit der westlichen Zivilisation, die stolz auf ihre freiheitlichen Grundrechte ist, kam so gut wie gar nicht vor. Wir genießen größtmögliche Freiheit. Diese Freiheit bedeutet für viele vor allem Reisefreiheit, aber auch dort zu arbeiten und zu leben, wo man möchte. Wie viel wir reisen, zeigen die Zahlen des Auswärtigen Amtes: 200.000 Touristen waren bei Anbruch der Krise unterwegs und einige warten heute noch darauf, zurückgeholt zu werden.
 
Mir kommt Immanuel Kant in den Sinn, der Philosoph der Aufklärung. In seinen letzten 50 Jahren – er wurde 80 Jahre alt – ist er nicht mehr aus Königsberg hinausgekommen, der Stadt, in der er auch geboren wurde. Er musste nicht hinaus in die Welt, um die Welt zu erfahren und zu verstehen. Er hatte die ganze Welt in seinem Kopf, in seiner Königsberger Studierstube. Einen streng geregelten Tagesablauf, der sich über Jahrzehnte nicht änderte: Um Viertel vor 5 Uhr aufstehen, sich auf den Unterricht vorbereiten, unterrichten, nachdenken, Punkt Viertel vor eins Mittagessen, dann lesen und schreiben, pünktlich um 22 Uhr ins Bett. Für uns kaum vorstellbar. Der Philosoph, der zeigte, dass der Mensch frei ist und sich in dieser Freiheit die Vernunft entfalten kann. Er schrieb und dachte über die Freiheit. Aber seine Freiheit war nicht die des Reisens, sondern Freiheit verstanden als Autonomie, aus der die Vernunft erwachsen kann.
 
Was hat das alles mit der Arbeit der LichtwarkSchule zu tun, mögen Sie sich fragen. Wir bieten keine Philosophiekurse an, sondern unsere Bildenden Künstler*innen arbeiten mit sozial benachteiligten Kindern. Doch die Freiheit im Sinne von Autonomie spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Kinder bearbeiten die Themen, die sie beschäftigen, aus ihrer eigenen Lebenswelt und setzen diese künstlerisch um. Dazu lernen sie sich zunächst selbst kennen: Erleben die Vielfalt ihrer Sinne, ihrer Wahrnehmung und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. Das hilft ihnen, die Komplexität unserer Welt zu erahnen, um dann Zusammenhänge zu durchblicken und eigene Positioneneinzunehmen. Die Künstler*innen fordern die Kinder immer wieder auf, ihren eigenen Weg zu finden. Das fördert ihrselbstständiges Denken, aber auch ihr Verständnis für die Grenzen individuellen und kollektiven Handelns. Freiheit, wie sie Kant verstanden hätte.
 
Trotz Ausgehbeschränkungen und sozialer Distanzierung bleiben wir freie Menschen. In dieser Freiheit können wir frei handeln im Sinne von Kant. In seinem kategorischen Imperativ verbindet er die Freiheit mit Vernunft und Moral. Handeln aus Freiheit heißt Handeln aus vernünftiger Einsicht. Das ist jetzt gefordert.

 



Gedanken in Zeiten von Corona, Regine Wagenblast

Wenn du die Frage liebst, dann lebst du auch in die Antwort hinein

Die Treppe hinauf. Foto: R. Palte/LichtwarkSchule

Original von Rilke

„Und ich möchte dich […]
so gut ich kann bitten,
Geduld zu haben gegen alles Ungelöste
in deinem Herzen,
und zu verstehen.
Die Fragen selbst liebzuhaben
wie verschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer fremden Sprache
geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach Antworten,
die dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben könntest.
Und es handelt sich darum,
alles zu leben.
Vielleicht lebst du dann
allmählich – ohne es zu merken –
eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Heute morgen beim Joggen an der Elbe, schon etwas erschöpft und außer Atem, komme ich an die Ringelnatz-Treppe, viele Stufen den Elbberg nach oben, schaffe ich das? Ich sehe nach oben und sehe das Ende. Das hilft mir – das Ende zu sehen. Ja, ich kann das schaffen.

 

Ich denke an Corona. Was ist das Ende? Wann ist das Ende? Wie wird unsere Gesellschaft danach aussehen? Wir wissen es nicht. Können wir das durchhalten? Kann die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden, so dass möglichst viele Menschen gerettet werden können?

 

Die erste Woche ist vorbei, die zu einer der ungewöhnlichsten in meinem Leben gehört. Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen, das soziale Leben auf ein Minimum zurückgefahren und die Wirtschaft hat eine Vollbremsung hingelegt. Ängste, Fragen, finanzielle Sorgen und Unsicherheit. Wir kennen das Ende nicht. Das ist schwer zu ertragen – jedenfalls für mich. Sind die Maßnahmen, die erheblich in unsere freiheitlichen Grundrechte eingreifen, angemessen und notwendig? Wir wissen es nicht. Keiner kann voraussehen, wie die Entwicklung verläuft. Erst hinterher kennen wir die Antwort: Was war angemessen und was übertrieben. Ich beneide die Politiker nicht, die jetzt diese Entscheidungen treffen müssen. Doch mein Gefühl ist, dass sie mit Augenmaß handeln, die Wissenschaft befragen, versuchen gute Lösungen zu finden, um das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung, auch ein Grundgesetz (Artikel 2), zu schützen.

 

Eine wichtige Kompetenz, die wir den Kindern in der LichtwarkSchule vermitteln, ist der Umgang mit offenen Prozessen und Unsicherheit. Sie lernen im kreativ-künstlerischen Prozess, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, Widersprüchliches und Einbahnstraßen, die nicht weiterführen. Aber es gibt auch immer die Freiheit, umzukehren und einen anderen Weg einzuschlagen. Sie lernen, die Spannung auszuhalten und nicht zu wissen. Sie lassen sich auf einen Prozess ein, der ihnen unbekannt ist, der auch nicht gelingen könnte. Doch sie machen die Erfahrung, dass sie immer wieder neu denken und neues ausprobieren können, lernen, mit dem, was gerade ist, umzugehen. Diese Haltung und Geduld wünsche ich mir für die kommende Zeit, die so viele Fragezeichen aufwirft.

 

Um es mit den Worten von Rainer Maria Rilke zu sagen, der von einem jungen Dichter um Rat gefragt wurde: "Ich möchte dich um Geduld bitten, die Frage selbst liebzuhaben und jetzt nicht nach Antworten zu forschen, die dir nicht gegeben werden können. Es geht darum, alles zu leben und dann lebst du ganz allmählich – ohne es zu merken eines fernen Tages – in die Antwort hinein." [Verkürzt]

 

In diesem Sinne wünsche ich uns, dass wir die Spannung der Unsicherheit aushalten, den Anweisungen unserer Politiker*innen folgen und Geduld haben.



Die Verknüpfung von KUNST und SPRACHE wirkt!

Bild einer Talentschmiede Teilnehmerin der LichtwarkSchule

Starke Kinder durch Kunst. In den Kursen der LichtwarkSchule entfalten Kinder nicht nur ihr kreatives Potential, sondern werden auch in ihrer Sprachkompetenz gefördert.

 

Sprache ist die Schlüsselkompetenz für Bildung. Mehrsprachigkeit ein echter Schatz. Leider wird dieser Schatz oft nicht gesehen, sondern nur die Defizite, die daraus erwachsen.

Die Verknüpfung von Kunst und Sprache entfaltet ein großes Potential. Wir eignen uns Sprache über Bilder, über Emotionen und über Erfahrungen an. Alle Künstler*innen, die bei der LichtwarkSchule neu anfangen, erhalten eine Fortbildung in Additiver Sprachförderung "Mit Kunst Sprache lernen". Die Fortbildung ist von der Hamburger Schulbehörde zertifiziert und anerkannt.

Am Wochenende startet der nächste Fortbildungsdurchgang für unser Künstlerteam!



20. Februar: Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Motiv zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit

"Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein un­glückliches Kind auf Erden gibt.“ (Albert Einstein)

 

Nach wie vor gibt es Kinder, die in unserem reichen Land in Armut aufwachsen – das sind Kinder, die etwas erschaffen wollen, denen aber viel zu oft leider die nötige Unterstützung dazu fehlt. Armut und Stress sorgen für Chancenungleichheit, für einen unfairen Start ins Leben. Soziale Benachteiligung bestimmt das Leben vieler Menschen weltweit. Der „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ am 20. Februar macht auf diese Missstände aufmerksam.

 

Was bedeutet soziale Gerechtigkeit für Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der LichtwarkSchule? "Zugang zu erstklassiger Bildung unabhängig der sozialen Herkunft, kreative „Spielplätze", um sich selbst zu entdecken und Ungewöhnliches auszuprobieren sowie Gesundheitsvorsorge für alle.“ Und was bedeutet soziale Gerechtigkeit für Sie und Euch?



Always on?!? Am 11. Februar ist „Safer Internet Day“.

JuliaSchmalzl: ohne Titel, 2017, Öl und Lack auf Leinwand, 150 x 150 cm

Vielen Dank an unserer Künstlerin Julia Schmalzl für das Motiv zum Thema. Mehr von Julia gibt es unter juliaschmalzl.de

Was wäre denn ein Beitrag von uns Kunstfreaks ohne unsere Liebe zum künstlerischen Tun zu bekunden?

Vergesst nicht, auch im digitalen Zeitalter Eure Hände zu benutzen. Kunst & Malerei – auch in dieser Ära wichtige Konstanten! Wir schätzen Kunst als Möglichkeit, sich auszudrücken, Erfahrungen zu verarbeiten und aktiv zu werden. Dennoch wissen wir selbstverständlich auch die Vorzüge der digitalen Entwicklung zu schätzen.

Der Aktionstag setzt sich für mehr Internetsicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche ein. In diesem Jahr dreht sich alles um die Themen Idole im Netz, Influencer und Meinungsmacht.    Sekundenschneller Zugriff auf weltweites Wissen, Informationsfluten durch YouTube, Snapchat und WhatsApp: Wie beeinflusst die Digitalisierung die Entwicklung unserer Kinder? Die Heranwachsenden sind die Konsumenten und Entscheider von morgen und kennen bereits nichts anderes mehr als eine digitalisierte Welt. Was sind die Herausforderungen, Gefahren und Chancen? Jede/r von uns hat ja so seine Smartphone Habits. Aber wo hört eigentlich die Gewohnheit auf und fängt die Handysucht an?

 

Die Kindheit ist eine der wichtigsten Phasen im Leben eines Menschen. Sie bildet das Fundament, auf dem wir alles andere aufbauen können. Schon die Kleinsten kommen immer früher mit digitalen Medien in Kontakt und wischen auf Tablets, schauen Videos, hören Musik, spielen Onlinespiele. Ihre Kindheit verläuft dadurch natürlich ganz anders als die ihrer Eltern. Anders eben. Aber muss das schlecht sein? Keineswegs! Wie sagte gleich Douglas Adams (1952-2001): „Alles, was es schon gibt, wenn Du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt dazu.“

 

Nahezu alle Schüler*innen haben heutzutage ein Handy und kennen sich damit meist besser aus als ihre Lehrer. Jugendliche verbringen viel Zeit auf Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube und WhatsApp. Der frühzeitige Umgang mit neuen Medien birgt jede Menge Chancen für die Kids. Selbstverständlich auch Herausforderungen für den Umgang mit der Dauerberieselung. „Ganz wichtig ist, dass Eltern und Erzieher*innen ihre Kleinen auf dem Weg in die digitale Welt begleiten. Das ist eine erzieherische Herausforderung, ein Auftrag!“, sagt Regine Wagenblast, Geschäftsführerin der gemeinnützigen LichtwarkSchule. Sie beobachte Ablenkung und Konsum bei vielen Kids, eine Always on-Zerstreuung. „Je besser wir das Netz als Kulturraum unserer Kinder kennen, desto besser sind wir alle für mögliche Probleme – und auch für Ideen einer sinnvollen Einbindung in den Lehrplan - gewappnet“, ergänzt Wagenblast.

 

Lehrer*innen, Eltern, Erzieher*innen: Tauschen Sie sich untereinander aus, das kann nicht nur bei technischen Herausforderungen hilfreich sein.



10 Jahre LichtwarkSchule NGO – Starke Kinder durch Kunst

10 Jahre LichtwarkSchule – Starke Kinder durch Kunst
10 Jahre LichtwarkSchule – F. Neubecker im Bildermeer
10 Jahre LichtwarkSchule – Colla

Wir können es selbst kaum glauben, aber es ist soweit: Wir feiern in diesem Jahr 2020 das 10-jährige Jubiläum der LichtwarkSchule. Vor zehn Jahren hat Franziska Neubecker das Projekt gegründet. Zehn Jahre mit vielen tollen Momenten und Erfahrungen, mit großartigen Künstler*innen, Kindern und deren Eltern.

Zu Ehren der Kinder, die schwierige Startbedingungen haben, wurden im Jahr 2010 erstmals in Hamburg Kunstkurse der LichtwarkSchule gestartet. Sie richten sich überwiegend an Kinder aus Problemstadtteilen, um ihnen zu ermöglichen, was Querdenkerin Neubecker als Kind nicht vergönnt war: ihrer Phantasie, ihren Visionen und ihrer Andersartigkeit im Schulsystem eine breite Öffentlichkeit zu geben.

Seit zehn Jahren ist FAST FORWARD das Motto von Neubecker! Der Initiatorin der LichtwarkSchule machte Gegenwind noch nie etwas aus. Neubecker ist immer in Bewegung und was sie heute denkt, müsste gestern schon passiert sein. Definitiv half diese Mentalität dem Wachstum der LichtwarkSchule und somit der Persönlichkeitsentwicklung zahlreicher Kinder. DANKE, Franziska!!!!

 

DANKE an alle engagierten Mitstreiter*innen aus der Kunstwelt, Kulturszene und sozialen Arbeit. Danke an all die empathischen Menschen aus Stiftungen, Schulen und Kitas. Danke an die Freiwilligen und natürlich DANKE an das Team im Backoffice. Ihr seid großartig.

 

 

Die LichtwarkSchule ist eine an Vor- und Grundschulen, sowie an Kitas angedockte mobile Kunstschule, die die Kraft der Kunst nutzt, um Kinder zu stärken. Ein ganzes Jahr lang, zwei Stunden in der Woche, arbeitet eine Gruppe unter Anleitung einer akademisch ausgebildeten Künstler*in, aktuell in zehn Hamburger Stadtteilen und in Schleswig Holstein. Das Ergebnis: die kreativen Kräfte der Kinder werden befeuert, kulturelle Teilhabe ermöglicht, die Eltern zu gemeinsamen Museumsbesuchen ermutigt und in einer öffentlichen Ausstellung die Kunstwerke der Kinder präsentiert. Kunst im Sinne von Alfred Lichtwark ist eine Schule des Sehens und ein Weg für Bildung für alle. Die LichtwarkSchule ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Hamburg und erreicht pro Jahr etwa 500 Kinder und deren Eltern.

 



Internationaler Tag der Bildung am 24. Januar

Internationaler Tag der Bildung © LichtwarkSchule
Kleine Künstler der LichtwarkSchule vor einer Arbeit der Künstlerin Miwa Ogasawara in der Galerie im Marstall

 

Jeden Tag aufs Neue, mit Geduld und Empathie, stiften gute Lehrer*innen Kinder an, die Freude am Lernen zu entdecken. Wissend um die Herausforderungen der digitalen Transformation, der Ganztagsbetreuung und des Lehrer- und Erziehermangels danken wir diesen Menschen und Brückenbauern!
 
Dennoch erleben viele Schüler*innen ihre Schule oft als wenig inspirierend und fördernd, sondern eher verwaltend und demotivierend. Das System Schule ganz neu zu denken, ist ein langer Prozess. Doch es gibt viele gute neue Ansätze. Wissenschaftler*innen wie Hirnforscherin Dr. med. Petra Wenzel sagen:

„Am besten und motiviertesten wird gelernt, wenn Informationen neu verpackt und mit einem Überraschungseffekt versehen sind, neue Lösungsmöglichkeiten selbst erarbeitet werden, das Lernen möglichst in Gemeinschaft und mit authentischer Begeisterung auf Seite der Lehrenden und Lernenden erfolgen kann und das innere Belohnungssystem aktiviert wird.“
 
Die UN-Mitgliedstaaten wollen mit dem Internationalen Tag der Bildung auf die Bedeutung von Bildung hinweisen, ein zentrales Anliegen auch der LichtwarkSchule NGO, ein an Vor- und Grundschulen angedocktes Projekt, welches mit Tools der Bildenden Kunst Kinder empowert. Über ein Schuljahr lang zwei Stunden pro Woche entfalten sich die Kinder überaus wirkungsvoll in der Begegnung mit Künstler*innen.
 
„Schule gewahrt den Zugang zu Wissen, Kunst den zu Sensibilität. Wir brauchen beides“. Diesem Zitat von Kuratorin Marilyn Douala Harris im Monopol Magazin stimmen wir begeistert zu!





AKTUELLES



Weihnachtskarte der LichtwarkSchule. Motiv von unseren kleinen Künstlern.

FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GUTES JAHR 2021!

 

In diesem Jahr ist vieles anders, auch im Team der LichtwarkSchule sind Kunstvibes und Gefühle oft Achterbahn gefahren. Wir sind dankbar, dass unser Künstlerteam trotz Corona-Widrigkeiten viele Kita-, Vor- und Grundschulkinder mit Impulsen, Zuspruch und Materialien unterstützen konnte.

 

Ein riesengroßes Dankeschön an alle unsere Lichtwark-Fans der Herzen, die uns in diesem Jahr großzügig dabei unterstützten, Kinder in ihre Kraft zu bringen und weiterzumachen.

 

Im nächsten Jahr geht es mit Fullspeed weiter und wir freuen uns auf alles, was kommt. Wir wünschen Ihnen und Euch allen einen friedlichen und freudigen Jahresausklang.  mehr >>



Ferien-Kunstkurs der LichtwarkSchule, Stadtteilkulturhaus Veddel 2020

HAMBURGER SPENDENPARLAMENT FÖRDERT KURSE DER LICHTWARKSCHULE IN STADTTEILKULTURHÄUSERN


Das Team der LichtwarkSchule freut sich über Wertschätzung und Förderung des Hamburger Spendenparlaments. Grundschüler zwischen sechs und zwölf Jahren, überwiegend aus nicht deutschsprachigen Familien, erhalten in 2021 in den Ferien Nachmittags-Kunstkurse in Stadtteilkulturhäusern. Zum Abschluss der Kurse folgt ein Museumsbesuch mit den Eltern und eine öffentliche Ausstellung.  mehr >>