Das Konzept der LichtwarkSchule

Alfred Lichtwark

Portrait: Alfred Lichtwark
ⓒ Carolin Beyer

Die LichtwarkSchule beruft sich auf Alfred Lichtwark, den Begründer der Museumspädagogik und Kunsterziehungsbewegung.

 

Alfred Lichtwark wurde 1852 in Hamburg geboren, er war Kunsthistoriker, erster Direktor der Hamburger Kunsthalle und Kunstpädagoge. Früh erkannte er die integrierende Kraft der Kunst. Kunst ist für alle da und ist kein „Elfenbeinturm“ für die gebildete Schicht. Mittels der Kunstbetrachtung und der kreativen Auseinandersetzung mit Kunst können Werte und Bildung vermittelt werden unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft.

Das pädagogische Konzept

Das pädagogische Konzept der LichtwarkSchule folgt der Grundidee von Alfred Lichtwark, der für ein entdeckendes Lernen bei Kindern warb. Die sinnliche Entdeckung der Welt ist ein Bildungsprozess, der als eine wichtige Quelle der Erfahrung und des Lernens am Anfang steht. In einem kreativen Prozess setzen sich die Kinder ins Verhältnis zur Welt. Damit erweitern sie ihre Vorstellungskraft und ihr Denken. Auch erleben sie Genuss, der aus der Versunkenheit und dem Stauen für das wahrgenommen Phänomen ausgeht. Am Ende des Prozesses ist ein Werk aus ihrer Fantasie und ihren Händen entstanden. Mit dem eigenen Werk haben die Kinder etwas geschaffen, das in einem kulturellen Kontext steht und Ausdruck – oder auch Sprache – ihrer inneren Welt ist.


Mit diesem Ansatz fördert die LichtwarkSchule aktiv die kulturelle Teilhabe und Integration, die angeregt werden durch den eigenen künstlerischen Ausdruck. Die Kinder erleben eine – manchmal erstmalige – Wertschätzung für ihre Fähigkeiten. Sie werden angeregt, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und ohne Angst zu experimentieren.


Die KünstlerInnen unterstützen diesen Prozess ohne zu bewerten oder zu deuten. Dieser „Raum der Freiheit“ fördert die angstfreie Kommunikation und den Austausch der Kinder untereinander. Die Kinder lernen aus sich heraus, sich der Gruppe oder auch anderen Kindern mitzuteilen – verbal oder auch nonverbal. Die KünstlerInnen verstehen sich als Entwicklungsbegleiter der Kinder. Neben den Freiräumen, die sie entstehen lassen, vermitteln sie auch Wertschätzung und Respekt im Miteinander und mit sich selbst – aber auch dem Material gegenüber. Über das Einhalten von Regeln und das gleichzeitige Eröffnen von Freiräumen, lernen die Kinder einen neuen Handlungsrahmen kennen auf der Grundlage der Wertschätzung gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt.

Die KünstlerInnen sind verlässliche Ansprechpartner für die Kinder bei deren offenen künstlerischen Prozess und deren Suche nach eigenen Lösungen. Sie nehmen keine Lösungen vorweg, sondern stehen den Kindern bei der Suche nach einer Lösung mit Rat und Tat zur Seite. Sie nehmen Rücksicht auf die Andersartigkeit und das Arbeitstempo jedes Kindes.